Ein sehr frommer Mann
Ein sehr frommer Mann lebte in seiner bescheidenen Wohnung neben
einem Atheisten. Während er tagaus, tagein betete, auf den Knien lag
und mit dem Herrn sprach schaute der Atheist niemals zum zweiten Mal
eine Kirche an.
Trotzdem lebte er ein gutes Leben, hatte einen erstklassigen Job und
wenig Arbeit, seine Frau war schön und liebevoll, seine Kinder freundlich
und gesund, während der Fromme einen Knochenjob hatte und wenig
verdiente, seine zänkische Frau immer fetter wurde und seine Kinder ihn
missachteten.
Eines Tages, als er wieder tief ins Gebet versunken war, hob er
seine Augen zum Himmel und fragte: “O Gott - ich ehre Dich jeden
Tag, ich frage Dich jeden Tag wie ich handeln soll, ich bekenne Dir
alle meine Sünden - und mein Nachbar, der nicht mal an Dich glaubt,
keinen Fuß in eine Kirche setzt und sicherlich niemals betet, ist mit
allem Glück gesegnet, während ich am Hungertuch nage und vom
Unglück verfolgt werde. Warum ist das so?”
Da hörte er eine donnernde Stimme aus der Höhe:
“Weil der mir nicht die ganze Zeit in den Ohren liegt!”






