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Ja, ja - die gute alte Zeit

 

  1. Man hört oft von ergrauten Greisen, die gern die alten Zeiten preisen, doch wer von uns wär schon bereit zu tauschen mit der guten alten Zeit.
  2. Was hatten früher denn die Leute das wollen wir mal betrachten heute. Keine leichte - sondern Schwerstarbeit, die gab es in der guten alten Zeit.
  3. Die Schuhe waren schwer zu tragen, mit Eisen und mit Nägeln vollbeschlagen. Zur Arbeit ging man Stundenweit, in der guten alten Zeit.
  4. Es fuhr ja noch kein Omnibus, da gingen alle noch zu Fuß. Von Bochum bis nach Wattenscheid, in der guten alten Zeit.
  5. Es gab auch keine Urlaubstage, das kam damals nicht in Frage. Beten und Arbeiten hieß das Geleit, in der guten alten Zeit.
  6. Im Bett lag man auf Haferstroh, ein Lieblingsnest auch für den Floh. Der nutzte reichlich die Gelegenheit, in der guten alten Zeit.
  7. Es gab auch kein elektrisch Licht. Auch Radio und Fernseher nicht. Man schlief auch noch im Bett zu zweit, in der guten alten Zeit.
  8. Die Zäne zogen die Barbiere, da brüllten die Leute oft wie Stiere. Eine Spritze die vom Schmerz befreit, die gab es nicht in der guten alten Zeit.
  9. Und waren schon viel Zäh'n heraus, sah der Mund wie eine Tropfsteinhöhle aus. Kein Zahnarzt stand mit Ersatz bereit, in der guten alten Zeit.
  10. In der Wohnung war selten ein Klosett. Es stand das Töpfchen unterm Bett, dort war es immer griffbereit, in der guten alten Zeit.
  11. Ein Kleid trug man bis zum 4. Jahr, egal ob es ein Junge oder Mädchen war.T Trug es aus Gründen der Bedürftigkeit, in der guten alten Zeit.
  12. Ein Faß voll Sauerkraut und Schnippelbohnen das tat sich in jedem Haus halt lohnen. Denn dies war ganz bestimmt eine Köstlichkeit, in der guten alten Zeit.
  13. Es gab ja noch keine Konservendosen, die Frauen trugen noch offene Hosen. Die waren ziemlich lang, mit Spitzen breit, in der guten alten Zeit.
  14. Die Renten waren sehr knapp bemessen, die langten spärlich kaum zum Essen. Was war das für eine Erbärmlichkeit, in der guten alten Zeit.
  15. Und war Geburtstag oder Kindstaufe gar, so waren nur die Paten und Verwandten da. Zum groß Feiern war keiner bereit, in der guten alten Zeit
  16. Man hatte Vieh und Feld zu versorgen. Oft mußte man beim Kaufmann borgen. Weil man nicht richtig  eingeteilt, in der guten alten Zeit.
  17. Nun sagt ehrlich, wer will noch tauschen heut. Das frag ich nochmals liebe Leut, ob alt ob jung, wer ist wirklich bereit, heut noch zu leben wie in der guten alten Zeit.


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"Kalt erwischt"

Jetzt hat es mich doch kalt erwischt!
Ich dachte das passiert mir nicht.
Ich lasse keinen an mich ran,
weil er mich sonst verletzen kann.

Das war mein Vorsatz, doch wie oft
trifft uns das Schicksal unverhofft.
Es sagte: „Du willst hier was lenken?
Ich will dich lehren, dich beschenken."

Und weil es gerne Streiche spielt,
hat es auf mein Herz gezielt.
Nen Haufen Pfeile abgeschossen
und die Verwirrung dann genossen.

Jetzt sitze ich, schreib ein Gedicht
und glaube es noch immer nicht.
Was macht das Schicksal bloss für Sachen
nur um über uns zu lachen.

Doch will ich mich jetzt nicht beklagen
und möchte dir hier etwas sagen:
Ich gebe dich so schnell nicht her,
denn dazu lieb' ich dich zu sehr.

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Rebellion der Körper

Wer blickt mich von gegenüber an?
Ist das nicht mein lieber Mann?

Beide haben wir's besser gewusst,
doch dazu hatte gestern keiner Lust.

Das Fitnessprogramm total gestrichen,
keinen Augenblick vom Sofa gewichen.

Warum nur keine Parties mehr?
Ist in jungen Jahren doch nicht schwer.

Wird man je reifer denn nicht weiser
und die Musik, die läuft, nicht leiser?

Nein, das glaub'  ich eher nicht,
wie langweilig ist leise und schlicht.

Jedoch in zunehmendem Alter,
ist die körperliche Konstitution Dein Verwalter.

Der Unzustand ist eher Seltenheit,
der Magen wieder voll befreit.

Und plötzlich mit neu eingehauchtem Leben,
wir beide unserer Wohnung entschweben.

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Kantinen- Frass

Nach Stuss und Unsinn ist uns heut,
die Sonne lacht bin hoch erfreut.
Kollegen schäkern mit viel Spaß,
über den Kantinenfraß.

Nein wir wollen jetzt  nicht klagen,
starke Mägen können´s vertragen.
Bleibt das Essen nicht im Magen,
auf auf zum Klo, werd´s keinem sagen.

So ist der Mittag längst Geschichte,
liegen vor uns jetzt die Arbeitsfrüchte.
Ist der Rest des Essens wohl verdaut,
so sind die letzten Stunden nun versaut.

16 Uhr die frohe Kunde,
es macht der Eismann seine Runde.
Tag geschafft wir sind am Leben,
haben uns wieder einmal übergeben.

Mit Kantinen, dass ist Toll,
bleibt der Magen niemals voll.
Mal sehen wie´s morgen uns ergeht,
Wohl dem der Kantinenessen wählt.

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Geographiestunde - "Was ist die Liebe?"

 Erz.:            Herr Professor Doktor Schlicht,

                    hält Geographieunterricht.

                    Grad von Preußen reden sie

                    von den Seen, Städten, Flüssen

                    die die Primaner wissen müssen.

                    Plötzlich wendet sich Herr Schlicht

                    an den Primus, und er spricht.

 Prof.:           Sagen Sie mein lieber Wiebe,

                    sagen Sie, was ist die Liebe?

 Erz.:            Wiebe wurde dunkelrot

                    und schämt der Frage sich halbtot.

 1. S.:           Die Liebe, Herr Professor ist,

                    wenn man ein kleines Mädchen küsst.

 Prof.:           Wollen Sie mich uzen, wie?

                    Abitur besteh'n Sie nie!

                    Nächster bitte, sagen Sie's

                    eine leichte Frage dies!

 Erz.:            Dieser Nächste war sehr klug

                    und kannte die Liebe grad genug.

                    Drum disponierte er sehr fein:

 2. S.:           Die Liebe teilt man dreifach ein:

                    Die Liebe zum Freund, die Liebe zum Wein,

                    die Liebe zum feinen Mägdelein.

 Prof.:           Ach Sie faseln.......

 Erz.:            ... ihn der Lehrer unterbricht

 Prof.:           Nächster bitte, wissen Sie es nicht?

 

 

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Busengröße 1-12

 Beliebt ist bei der Männerwelt ein schöner Busen, der gefällt,

 der unsre Frauen herrlich ziert, und immer wieder neu verführt.

 Den Reizen, denen wir erliegen, sobald wir sie zu fassen kriegen,

 soll dies Gedicht gewidmet sein, ganz gleich, ob diese groß, ob klein.

 Wie launisch zeigt sich die Natur, wenn sie gestaltet die Figur:

 Hier lässt sie tolle Formen wippen, dort sieht man nichts wie Haut und Rippen.

 Weil’s unterschiedlich groß geformt, drum ist auch der BH genormt:

Von 1-12 ganz kurz und schlicht, so steigen Größe und Gewicht.

Ganz ungeeignet ist zum Schmusen die Größe 1, der Mini-Busen.

Kein Wunder, daß so schnell ermüdet, wer so ein flaches Weib behütet.

Bescheiden ist auch das Vergnügen, in Busengröße 2 zu liegen.

Immerhin ist was zu finden, man weiß was vorne ist und hinten.

Bei Größe 3 wird’s schon erträglich, da hat man was, da wird’s beweglich.

Wenn ein Bikini dies umhüllt, ergibt sich schon ein reizend Bild.

Bei Größe 4 und schlanken Hüften, kann dich ein Weib sehr schnell vergiften.

Du zappelst mit verwirrtem Sinne wie ein Insekt im Netz der Spinne.

Welch Weib weiß nicht um ihre Trümpfe, steht im BH bei ihr die fünfe.

Da bebt vor Lust die Männerhand, die so ein Prachtstück hält umspannt.

Ein Mann, der nie in seinem Leben durft' die Größe 6 bewegen,

der wurd vom Schicksal arg betrogen, um den ging's Glück im großen Bogen.

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Vorne grau und hinten kahl

 Vorne grau und hinten kahl,

 Ach, die Jugend war einmal.

 Aber was nutzt denn das Gewimmer,

 Es kommt ja noch viel schlimmer:

 Haare wachsen aus den Ohren,

 Der Geruchsinn geht verloren

 Und du hast damit zu kämpfen,

 Den Nasensaft zu dämpfen,

 Der sich an der Spitze sammelt

 Und als Tropfen runterbammelt.

 Flach und schmal liegt die Pupille

 Trotz der scharf geschliff'nen Brille.

 Deine Zähne werden lose,

 Denn du hast Paradentose.

 Schmerzhaft, wie sie einst gekommen

 Werden sie jetzt dir genommen.

 Und das künstliche Gebiss

 Ist sehr oft ein Hindernis.

 Im Profile wirst du kläglich,

 Denn der Bauchumfang wächst täglich,

 Und der kleine Nabelfleck

 Liegt ganz tief und ist voll Dreck.

 Weiter südlich von dem Nabel

 Bist du auch nicht mehr passabel.

 Unten wird der Bauch schon faltig,

 Der Urin wird zuckerhaltig.

 Der Popo, einst prall und rund

 Leidet stark an Muskelschwund.

 Selbst des Mastdarms welke Falten

 Können kaum den Stuhlgang halten.

 Wenn dir mal ein Wind entfleucht,

 wird dir meist das Hemde feucht.

 Mächtig stören deinen Frieden

 Walnussgroße Hämorrhoiden.

 Und die alte, einst so gute,

 So genannte "Wünschelrute"

 Hängt als wesenloser Schlauch

 Unterm faltenreichen Bauch.

 

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Jüngling in den reifen Jahren

Jüngling in den reifen Jahren,

 willst du nehmen eine Frau,

 denke stets an die Gefahren,

 überleg' es dir genau!

 Hüte dich vor Liebesgaben,

 hüte dich vor schwacher Stund,

 willst du leben ohne Plage,

 kauf dir lieber einen Hund!

 So ein Hund gehört dir immer,

 weil er dich als Herrn erkennt,

 bei 'ner Frau geschieht das nimmer,

 denn Gehorsam ist ihr fremd.

 Mitgift hat er freilich keine,

 aber eins weißt du genau:

 So ein Hund wird immer treu sein.

 Weißt du das bei deiner Frau?

 So ein Hund weint keine Tränen,

 niemals braucht er Aspirin,

 abends hat er nie Migräne

 und braucht nie was anzuzieh'n.

 Willst du mal 'ne Reise machen,

 kannst du ruhig den Wauwau

 deinem Freund in Pflege geben.

 Tu das mal mit deiner Frau!

 Willst du wie in frühern Tagen

 abends auf 'nen Bummel geh'n,

 musst du erst dein Frauchen fragen:

 "Bitte, bitte", musst du fleh'n.

 Deinen Hund den kannst du schließen

 ein in seinen Hundebau,

 dann kannst du die Nacht genießen.

 Versuch das mal mit deiner Frau!

 Gehst du mit ihr auf der Straße

 bleibt sie plötzlich stille steh'n.

 "Lieber Mann, mich drückt die Blase.

 Halt die Tasche, ich muss geh'n."

 

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Zehn kleine Raucherlein

Zehn kleine Raucherlein,
Die schliefen rauchend ein.
Prompt ging ein Bett in Flammen auf:
Da waren's nur noch neun.

Neun kleine Raucherlein,
Die rauchten auf der Wacht.
Den einen hat der Feind erspäht:
Da waren's nur noch acht.

Acht kleine Raucherlein,
Die rauchten selbst beim Lieben.
Das hält das beste Herz nicht aus:
Da waren's nur noch sieben.

Sieben kleine Raucherlein,
Die trafen eine Hexe,
Die Appetit auf Rauchfleisch hatte:
Da waren's nur noch sechse.

Sechs kleine Raucherlein,
Die haben laut geschümpft
Auf einem Abstinenzlertreff:
Da war'n sie noch zu fümpft.

Fünf kleine Raucherlein,
Die neckten einen Stier.
Der eine blies ihm Rauch ins Auge:
Da waren's nur noch vier.

Vier kleine Raucherlein,
Die reisten nach Shanghai.
Der eine rauchte Opium:
Da waren's nur noch drei.

Drei kleine Raucherlein,
Die rauchten auf dem Klo.
Das Klo war voll von Biogas:
Da waren's nur noch zwo.

Zwei kleine Raucherlein,
Die spielten was Gemeines -
Wer mehr Zigarren essen kann:
Da gab es nur noch eines.

Das letzte kleine Raucherlein,
Das zeugte rasch neun Söhne
Und zeigte ihnen, wie man raucht:
Da waren's wieder zehne.

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Der Maulwurf

Quelle:

Wilhelm Busch

In seinem Garten freudevoll
Geht hier ein Gärtner namens Knoll.
Doch seine Freudigkeit vergeht,
Ein Maulwurf wühlt im Pflanzenbeet.
Schnell eilt er fort und holt die Hacke,
Daß er den schwarzen Wühler packe.
Jetzt ist vor allem an der Zeit
Die listige Verschwiegenheit.
Aha! Schon hebt sich was im Beet,
Und Knoll erhebt sein Jagdgerät.
Schwupp! Da - und Knoll verfehlt das Ziel.
Die Hacke trennt sich von dem Stiel.
Das Instrument ist schnell geheilt;
Ein Nagel wird hineingekeilt.
Und wieder steht er ernst und krumm
Und schaut nach keiner Seite um.
Klabumm! - So krieg die Schwerenot! -
Der Nachbar schießt die Spatzen tot.
Doch immerhin und einerlei!
Ein Flintenschuß ist schnell vorbei.
Schon wieder wühlt das Ungetier.
Wart! denkt sich Knoll. Jetzt kommen wir.
Er schwingt die Hacke voller Hast -
Radatsch! - O schöner Birnenast!
Die Hacke ärgert ihn doch sehr,
Drum holt er jetzt den Spaten her.
Nun, Alter, sei gescheit und weise
Und mache leise, leise, leise!
Schnarräng! Da tönt ihm in das Ohr
Ein Bettelmusikantenchor.
Musik wird oft nicht schön gefunden,
Weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Kaum ist's vorbei mit dem Trara,
So ist der Wühler wieder da.
Schnupp! dringt die Schaufel wie der Blitz
Dem Maulwurf unter seinen Sitz.
Und mit Hurra in einem Bogen
Wird er herauf ans Licht gezogen.
Aujau! Man setzt sich in den Rechen
Voll spitzer Stacheln, welche stechen.
Und Knoll zieht für den Augenblick
Sich schmerzlich in sich selbst zurück.
Schon hat der Maulwurf sich derweil
Ein Loch gescharrt in Angst und Eil.
Doch Knoll, der sich empor gerafft,
Beraubt ihn seiner Lebenskraft.
Da liegt der schwarze Bösewicht
Und wühlte gern und kann doch nicht;
Denn hinderlich, wie überall,
Ist hier der eigne Todesfall.

 

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